Des Egos neue Kleider

By 11. Oktober 2015Lifestyle

New York, Milano, Paris…
Es ist wahrscheinlich durch die Sturmflut der sozialen Netzwerke an wirklich Jeden herangekommen: Die Modemetropolen der Welt haben den Kampf um den besten Platz in der Front Row eröffnet und locken wie jedes Jahr mit pompösen Events, köstlichen Canapés und schrägen Vögeln. It’s Fashion Week Ladys and Gentlemen. Und wer den richtigen Bloggern bei Snapchat folgt, durfte das alles meistens live und mit dem Gefühl als säße man selbst daneben, miterleben. Bei dem ganzen Zirkus und dem Modediktat der Designer stellt sich mir immer wieder die Frage, ob ich das tragen würde… oder könnte.

Worum geht es eigentlich bei Kleidung? Sind die neuen Trends etwas sowas wie Regeln, die uns vorschreiben wie wir auszusehen haben?
Hat das alles für den hauptberuflichen Nicht-Blogger und den Alltag-Fashionista etwas mit Laufsteg, Champagner und Blitzlichtgewitter zu tun? Für mich irgendwie überhaupt nicht.

Meistens beginnt es mit Experimenten der besonderen Art. Wir sehen total ausgefallene und angesagt Kleidungsstücke in Zeitschriften, auf den Laufstegen oder an Bloggern und überlegen uns, ob es zu uns passt. Ich stehe oft in der Umkleide vor dem Spiegel und stelle mir die Frage: „Bin ich das?“. Und meistens können mir drei Leute sagen wie toll es an mir aussieht und ich denke mir, dass ich das eben nicht bin. So schön das Teil auf dem Bügel aussehen mag. Woran liegt das?

Ich denke die Frage ist vor allem damit zu beantworten dass Kleidungsstücke oftmals nach Lebensphase in unseren Kleiderschrank wandern. Wenn ich Fotos sehe, die knapp ein Jahr alt sind, sehe ich mich und frage mich, was ich mir bei dem Outfit bloß gedacht habe – gleichzeitig erinnere ich mich aber, wie leicht und selbstsicher ich mich damals gefühlt habe, als ich es getragen habe.
Ein bisschen wie eine Rüstung die mich schützt.

Sei es eine feine Anzughose zum Vorstellungsgespräch, ein ausgeleiertes weißes Shirt oder Ankle Boots die bequem sind aber trotzdem immer stylish aussehen… Es sind Kleidungsstücke mit denen wir Emotionen verbinden und mit denen wir uns ausdrücken wollen, wenn wir sie tragen.
Meistens ist es von der Tagesform und dem Ereignis abhängig, ob wir uns chic machen wollen, oder eben doch den alten und so kuscheligen Pullover überziehen. Wir drücken unsere Persönlichkeit damit aus und wollen unserer Umwelt mitteilen was wir fühlen. Das machen wir meistens ganz bewusst.
So wie sich unsere Persönlichkeit verändert, wachsen wir demnach auch aus unseren Klamotten raus. Aber es gibt die Teile, von denen wir uns nie trennen können und die wirklich immer zu jeder Lebensphase passen. Das sind die Stücke, die immer bleiben und die uns ausmachen.

Es steht in jedem Fall fest, dass das Verhältnis einer Frau zu ihren Kleidern ein wirklich kompliziertes und wechselhaftes ist.

Es gibt ein Buch dazu, dass versucht zu erklären warum wir uns eigentlich so anziehen, wie wir uns anziehen: FRAUEN UND KLEIDER von Leanne Shapton, Sheila Heti, Heidi Julavits und „561 weiteren“ Frauen. Auf rund 448 Seiten geht es um die weibliche Emotionalität und der Empfindung zu dem, was sie am Leib tragen und weniger darum WAS wir tragen!!! Viel mehr zählt die Geschichte hinter den Kleidungsstücken… Es sind schließlich Stücke unserer Persönlichkeit.

Hier ein kleiner Einblick in meine Persönlichkeit:

 

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