Heimat, Zuhause, nach Hause kommen.

Bevor man loslegt und sein Ding macht.

Bevor man alles macht worauf man Lust hat.

Sollte man seine Wurzeln kennen.

 

Wurzeln, die oft in der Heimat liegen.

 

„Die Heimat, das Zuhause, kann einen prägen. In guter Hinsicht. In schlechter Hinsicht. Man kann Schäden für das ganze Leben davon tragen. Man kann Traumata haben, welche einem das Leben schwer machen. Auch wenn man längst nicht mehr Zuhause wohnt. Man kann aber auch eine Basis finden, zu der man immer zurückkehren und Kraft tanken kann. Wo man sich wohlfühlt. Wo man ankommen kann.

Heimat, Zuhause, nach Hause kommen.

Was ist eigentlich ein Zuhause? Wo fühlt man sich, als würde man nach Hause kommen? Was definiert jeder für sich als Heimat? Ist Heimat der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, oder der Ort an dem ich geboren wurde? Der Ort, wo ich meine Kindheit verbracht habe, oder der Ort, an dem ich den anderen Teil meines Lebens verbracht habe? Ein Ort, an dem alle meinen Namen kennen und mich der Bäcker mit Vornamen begrüßt? Oder ändert sich die Heimat mit jedem Umzug? Heimat ist dort, wo ich mich auskenne und niemals nach dem Weg fragen muss. Heimat ist, wo die Menschen nach meiner Kultur und meinen Sitten leben. Heimat ist ein Gefühl. Ein Gefühl von Geborgenheit. Vertrautheit. Ruhe. Sicherheit. Heimat ist die Erinnerung an bestimmte Situationen. Oder einfach nur ein Geruch. Ein Geruch, mit dem ich etwas sehr Persönliches verbinde. Dort, wo ich so sein kann wie ich bin, ist Heimat. Dort, wo meine enge Freunde, Verwandten oder die Familie sind. Egal wo sie sind, ist Heimat.“

 

Heimat ist dort, wo ich mich niemals fremd fühlen werde.

 

 

 

W, 20, iranische und deutsche Staatsangehörigkeit:

„Heimat kann man auch als Ort des Ursprungs sehen. Der Iran ist der Ursprung meiner Familie, er ist ein Teil von mir, von dem was ich bin. Nichts destotrotz liegt mein persönlicher Ursprung in Deutschland. Ich habe nie versucht, ein Land als meine Heimat zu nennen, denn der Iran ist ein wichtiger Teil in meinem Leben. Ich könnte trotzdem niemals dort leben. Das widerspricht sich natürlich mit dem zuhause fühlen, aber beim Wort Heimat ist der Iran für mich persönlich einfach nicht wegzudenken. Beide Länder sind wichtig für mich, jedes auf seine eigene Art und Weise. Kannst du dir vorstellen, dass ich mich manchmal zwischen diesen zwei Welten gefangen fühle?“

 

W, 19, norwegische und deutsche Staatsangehörigkeit:

„Beide Länder sind meine Heimat, aber vor allem Deutschland, weil ich hier aufgewachsen bin und alle meine Liebsten hier wohnen. Aber jeden Sommer, wenn wir in Norwegen sind, fühlt es sich auch wie Heimat an. Das Essen, die Sprache, die Häuser, das alles ist auch ein Stück Heimat für mich. Ich möchte beide Staatsangehörigkeiten behalten, da beide Länder ein Teil von mir sind.“

 

W, 16, in Deutschland geboren aber 90% ihres Lebens in Italien lebend:

„Heimat ist für mich ein Ort wo man sich wohl fühlt und wo man gerne Zeit, sowohl alleine, als auch in Gesellschaft, verbringt. Deutschland ist eher meine Heimat, obwohl ich erst seit Kurzem wieder hier wohne.“

 

W, 21, griechische und deutsche Staatsangehörigkeit:

„Heimat ist da, wo ich sein sollte und wo meine Bestimmung ist. Der Ort muss nicht unbedingt meiner Herkunft entsprechen. Ich liebe es in Griechenland und ich habe auch da gelebt, aber Deutschland ist eher meine Heimat.“

 

W, 22, bis zum 9. Lebensjahr in Polen, seitdem in Deutschland lebend:

„Heimat ist nicht zwangsläufig da wo du geboren bist oder wo du aufgewachsen bist, sondern da wo du dich wohl fühlst und von Menschen umgeben bist, die dir wichtig sind. Ein Ort, wo du dich selbst im schönsten Luxusurlaub freust nach Hause zu kommen. Ich habe vor 6 Jahren die polnische Staatsangehörigkeit abgelehnt und die deutsche angenommen“.

 

Lea // von iamLea.com

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